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Natur in der Rhön

Wald, Wasser und Tierwelt — was sich gerade verändert und wo man es sieht.

Natur

Moorränder, Bohlenwege und das Wegegebot im Biosphärenreservat

Die großen Hochmoore der Rhön sind kein Zufall, sondern eine Folge der Geologie: Wo der Basalt eine dichte Sohle bildet, kann Niederschlag nicht versickern. Die entstandenen Regenmoore wachsen ausschließlich aus dem, was vom Himmel fällt — nährstoffarm, sauer, empfindlich. Über lange Zeit wurde in Teilen Torf gestochen; heute laufen dort Wiedervernässung und Renaturierung, sichtbar an gestauten Gräben und wiederkehrenden Wasserflächen.

Kurvige Landstraße durch offene Wiesenhänge
Kurvige Landstraße über die offenen Hänge

Für Motorradfahrer sind die Moore bequem erreichbar, weil die Zufahrten samt Parkflächen direkt an den Hauptachsen liegen. Genau deshalb lohnt es sich, die Regeln zu kennen, die im länderübergreifenden Biosphärenreservat gelten. Die Schutzflächen sind gestaffelt: In den Kernzonen bleibt die Natur sich selbst überlassen, und es gilt ein striktes Wegegebot — betreten werden darf nur, was markiert ist. Die Bohlenwege sind kein Komfortangebot, sondern die einzige Möglichkeit, den weichen Torfkörper zu queren, ohne ihn zu zerstören.

  • Nur auf ausgewiesenen Flächen parken. Das Abstellen im Bankett oder auf der Grasnarbe beschädigt geschützten Bewuchs und blockiert landwirtschaftliche Zufahrten.
  • Forst- und Wirtschaftswege sind für Kraftfahrzeuge gesperrt. Sie sehen einladend aus, sind es aber nicht.
  • Auf der Langen Rhön gibt es zeitweise gesperrte Bereiche zum Schutz bodenbrütender Vögel — das Birkhuhn ist hier die bekannteste Art. Beschilderte Sperrungen gelten auch dann, wenn niemand hinschaut.
  • Motoren an den Aussichtsparkplätzen abstellen statt laufen lassen. Lärm ist das Thema, an dem sich die Duldung von Motorradverkehr in Schutzgebieten entscheidet.
Natur

Wasserkuppe, Kreuzberg und die Moore: die Ziele am Weg

Die großen Ziele der Rhön liegen fast alle direkt an kurvigen Straßen und haben brauchbare Parkflächen. Eine Tagestour lässt sich deshalb so bauen, dass Fahrstrecke und Programm zusammenfallen – Hochmoor, Basaltkegel und Grenzgeschichte reihen sich entlang derselben Achsen auf.

Wasserkuppe — der Berg der Flieger

Die Wasserkuppe ist mit 950 Metern nicht nur der höchste Berg der Rhön, sondern zugleich der höchste Berg Hessens. Sie ist die Geburtsstätte des Segelflugs: Flugpioniere der Technischen Hochschule Darmstadt unternahmen hier zwischen 1911 und 1914 zahlreiche Gleitflüge. Heute ist der Berg ein modernes Luftsportzentrum mit Segelflug, Motorflug, Modellflug, Drachenfliegen und Gleitschirm. Das Deutsche Segelflugmuseum auf der Wasserkuppe dokumentiert die technische Entwicklung vom ersten primitiven Gleiter über Holzkonstruktionen bis zur modernen Hochleistungsmaschine aus Kunststoff. Anreise über die B284; oben gibt es einen großen Parkplatz, von dem aus auch die Fuldaquelle erreichbar ist. Ein beliebtes Fotomotiv ist das Fliegerdenkmal am Westhang — ein Adler auf einem Basaltkegel.

Kreuzberg — der heilige Berg der Franken

Das Kloster Kreuzberg ist ein Franziskanerkloster im Ortsteil Klosterkreuzberg von Bischofsheim in der bayerischen Rhön und liegt am Westhang des Kreuzbergs auf 864 Metern Höhe. Jährlich finden rund 70 bis 80 Wallfahrten aus ganz Franken zum Kreuzberg statt, der als „Heiliger Berg der Franken" gilt. Die Klosterbrauerei Kreuzberg wurde 1731 dem Kloster angeschlossen; das dunkle Kreuzberger Klosterbier wird seither in der eigenen Brauerei gebraut und in der klostereigenen Wirtschaft ausgeschenkt. Bemerkenswert: Es ist die einzige noch von Franziskanern selbst betriebene Klosterbrauerei Deutschlands. Die Auffahrten zum Kreuzberg sind kurvenreich, am Berg gibt es große Besucherparkplätze — an schönen Wochenenden allerdings stark frequentiert.

Schwarzes Moor und Rotes Moor

Das Schwarze Moor in der bayerischen Rhön ist mit rund 66 Hektar das größte Hochmoor der Rhön und eines der bedeutendsten Hochmoore Mitteleuropas; es ist Teil des europaweiten Schutzgebietsnetzes NATURA 2000. Ein 2,7 Kilometer langer Bohlenweg führt als Naturlehrpfad durch das Moor — beim Bau 1987 der erste Lehrpfad seiner Art in Bayern. Das Moor liegt direkt an der Hochrhönstraße, ein Parkplatz schließt unmittelbar an. Das Rote Moor in der hessischen Rhön ist mit rund 50 Hektar das zweitgrößte Hochmoor der Region und ebenfalls Naturschutzgebiet; ein 3 Kilometer langer Moorlehrpfad durchquert es, davon 1,2 Kilometer als barrierefreier Bohlenweg. Beide Moore lassen sich gut als Beinpause in eine Hochrhön-Runde einbauen.

Milseburg — die Perle der Rhön

Die Milseburg ragt mit 835 Metern markant aus der Landschaft und ist die höchste Erhebung der Kuppenrhön. Man nennt sie auch die „Perle der Rhön". Der charakteristische Basaltkegel ist von vielen Punkten der hessischen Rhön zu sehen und ein lohnendes Ziel auf der klassischen Wasserkuppe-Milseburg-Runde. Parken lässt sich am Fuß des Berges, der Aufstieg selbst ist eine kurze Wanderung.

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