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Rhön

Motorradtouren in der Rhön

Strecken-Achsen, Bikertreffs, Tankstellen und fertige Tagesrunden – alles zum Fahren.

Touren aus dem M&R-Tourenportal

Von der Redaktion gefahren und dokumentiert – mit Karte und GPX-Track zum Nachfahren.

Deutschlandtour – Von Nord nach Süd
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Alle 20 Rhön-Touren mit Karte und GPX-Track im Tourenportal von Motorrad & Reisen.Motorradtouren in der Rhön mit GPX-Tracks

Die Hochrhönstraße als Kamm-Achse über der Langen Rhön

Wer eine Rhön-Runde plant, legt sie fast zwangsläufig um die Hochrhönstraße herum — sie ist die Achse, an die man die Abstecher zu Kuppen, Mooren und Aussichtspunkten anhängt, nicht das Ziel für sich. Ihr Reiz liegt darin, dass sie über den offenen Kamm der Langen Rhön läuft: kein Wald, der die Sicht nimmt, dafür lange Schwünge, deren Verlauf man früh überblickt. Genau diese Offenheit hat aber zwei Seiten.

Motorrad auf einer Straße durch dichten Mischwald
Waldstrecke im Mittelgebirge

Ohne Baumkulisse fehlt jeder Windschutz. Auf den freien Abschnitten steht der Seitenwind quer zur Fahrtrichtung und greift stärker ans Motorrad, als es die gemächlichen Kurvenradien vermuten lassen — bei kräftiger Höhenbrise lohnt es sich, Tempo und Griffdruck darauf einzustellen, statt sich vom weiten Kurvenbild zu ruhigem Rollen verleiten zu lassen. Der zweite Punkt betrifft den Blick: Weil man weit sieht, tauchen Gegenverkehr, langsame Wohnmobile und Radfahrer schon in großer Entfernung auf. Wer die ganze Linie liest statt nur die nächste Kurve, fährt hier am flüssigsten und am sichersten.

Als eine der bekanntesten Strecken der Region füllt sich der Kamm an schönen Wochenenden mit Ausflugsverkehr, Rennrädern und anderen Maschinen. Für eine saubere, zügige Fahrt sind früher Morgen oder ein Werktag Gold wert. Und weil die Straße als Nord-Süd-Verbindung angelegt ist, fährt man sie am besten einmal in jede Richtung und schließt über die Talstraßen eine Runde, statt dieselbe Strecke doppelt abzufahren.

Zufahrt zur Wasserkuppe: Ausflugsverkehr, Segelflug und volle Parkplätze

Die Wasserkuppe ist als höchster Berg der Rhön und zugleich höchster Punkt Hessens nicht nur ein fahrerisches Ziel, sondern einer der größten Publikumsmagneten des Mittelgebirges. Segelflug- und Gleitschirmbetrieb, Museum und Freizeitangebote ziehen über die Saison Familien, Wandergruppen und Reisebusse an — und dieser Strom teilt sich mit dem Motorrad genau die kurvige Auffahrt, die den Berg für Fahrer so reizvoll macht.

Für die Streckenplanung heißt das: Die Anfahrten von Gersfeld und über Poppenhausen sind schön zu fahren, an sonnigen Tagen aber kein Ort zum Drücken. Oben herrscht in der Hochsaison zäher Parkplatzsuchverkehr, die Flächen sind schnell voll, und zwischen den Fahrzeugen queren Fußgänger unvermittelt die Straße. Wer den Gipfel als Fahrerlebnis mitnehmen will, kommt früh, bevor der Ausflugsverkehr einsetzt — oder plant die Wasserkuppe als kurzen Abstecher aus der eigentlichen Tour heraus, nicht als deren Mittelpunkt. Der Blick vom Dach Hessens und der Flugbetrieb über den Hängen sind das Anhalten wert; das Gedränge davor gehört zur Rechnung.

Dreiländereck und Sternenpark: Grenzenlogistik und Nachtfahrt

Drei Bundesländer auf einer Tagesrunde

Weil Bayern, Hessen und Thüringen mitten in der Rhön zusammenstoßen, wechselt man auf einer Tagesrunde mehrfach das Bundesland — oft ohne ein Grenzschild zu bemerken. Fahrerisch bleibt das folgenlos, für die Planung nicht ganz: Straßen liegen je nach Seite in der Baulast eines anderen Landes, weshalb Zustand, Beschilderung und Baustellen sich an der Grenze ändern können. Eine Sperrungsmeldung aus dem einen Land deckt das Nachbartal nicht automatisch mit ab.

Ein zweiter Punkt ist das Tanken. Die Höhen sind dünn besiedelt, Tankstellen liegen in den Tälern. Wer auf den Kamm hinauffährt, füllt besser vorher in den Talorten auf und verlässt sich nicht darauf, oben eine Zapfsäule zu finden. Point Alpha bei Geisa markiert das Dreiländereck am eindrücklichsten — und taugt unterwegs als markanter Orientierungspunkt.

Sternenpark: dunkler Himmel, aber Wildwechsel

Die Rhön ist anerkannter Sternenpark und gehört zu den dunkelsten Gegenden Deutschlands — ein echter Grund, die Etappe nicht zu knapp zu planen und in der Dämmerung oder nachts noch einmal auf die Höhe zu fahren. Nur: Dieselbe offene, dünn besiedelte Hochfläche, die den dunklen Himmel schenkt, ist bestes Wildwechsel-Revier, und auf den unbeleuchteten Kammstraßen wird das nach Einbruch der Dunkelheit zur bestimmenden Gefahr.

  • Tempo nach der Dämmerung deutlich zurücknehmen, besonders an Waldrändern und Feldkanten, wo Wild die Straße quert.
  • Dämmerung und die erste Nachthälfte sind die Hauptzeiten für Rehwild — die Bankette im Blick behalten, nicht nur die Fahrbahn.
  • Auf dem Plateau gibt es keine Straßenbeleuchtung; gefahren wird auf Sicht des eigenen Scheinwerfers, nicht schneller, als das Licht reicht.

So bleibt die Nachtfahrt das, was sie sein soll — ein besonderes Erlebnis unter einem Himmel, wie ihn Ballungsräume längst nicht mehr zeigen, und keine riskante schnelle Transitfahrt über den Kamm.

Fünf fertige Tagesrunden für eine Woche in der Rhön

Die Rhön ist kompakt genug, um sie von einem Standort aus zu erkunden — und abwechslungsreich genug für eine ganze Woche. Die folgenden fünf Rundkurse setzen jeweils einen Schwerpunkt und passen mit Stopps in einen Tag. Die Kilometer- und Zeitangaben sind Richtwerte für gemütliches Touren; Moorspaziergänge und Museumsbesuche kommen jeweils obendrauf.
Runde 1: Hochrhön & Wasserkuppe:
  • Strecke: Gersfeld — Wasserkuppe (B284) — Rotes Moor — Hochrhönstraße (St 2288) — Schwarzes Moor — Bischofsheim — zurück über B279. Rund 90–110 km, etwa 3–4 Stunden mit Stopps.
  • Highlight: die volle Länge der Hochrhönstraße mit ihren Serpentinen über die Lange Rhön, dazu die beiden Hochmoore am Wegesrand.
  • Einkehr: Gastronomie auf der Wasserkuppe oder die Klosterschänke am Kreuzberg als Abstecher.
Runde 2: Kreuzberg & bayerische Rhön:
  • Strecke: Bischofsheim — Kreuzberg — über die Hänge der fränkischen Rhön Richtung Oberelsbach/Oberbach — Bad Neustadt an der Saale — zurück über B279. Rund 80–100 km, etwa 3 Stunden.
  • Highlight: die kurvenreiche Auffahrt zum Kloster Kreuzberg auf 864 Metern, dem „Heiligen Berg der Franken".
  • Einkehr: Klosterschänke Kreuzberg mit dunklem Klosterbier aus der Klosterbrauerei (seit 1731) und fränkischer Brotzeit.
Runde 3: Point Alpha & Thüringer Rhön:
  • Strecke: Fulda-Raum/Hilders — Rasdorf — Point Alpha — Geisa — durch die Thüringer Rhön Richtung Kaltennordheim/Dermbach — zurück über die Vorderrhön. Rund 110–130 km, etwa 4 Stunden inklusive Gedenkstätten-Besuch.
  • Highlight: die Gedenkstätte Point Alpha am früheren „Fulda Gap" — Grenzgeschichte direkt an der Straße zwischen Hessen und Thüringen.
  • Einkehr: Gastronomie in Geisa oder den Orten der Vorderrhön; Point Alpha selbst eignet sich für eine längere Pause.
Runde 4: Die Moor-Runde:
  • Strecke: Gersfeld — Rotes Moor — Hochrhönstraße — Schwarzes Moor — Fladungen (B285) — über die nördliche Rhön zurück. Rund 90–110 km, etwa 3,5 Stunden mit zwei Moor-Spaziergängen.
  • Highlight: beide großen Hochmoore an einem Tag, dazwischen die schönsten Abschnitte der Hochrhönstraße über die offene Lange Rhön.
  • Einkehr: in Fladungen oder an den Rastpunkten der Hochrhönstraße; Bohlenweg-Spaziergänge als Beinpause einplanen.
Runde 5: Fulda & Vorderrhön:
  • Strecke: Fulda — Hofbieber — Milseburg — Tann (B278) — über die Vorderrhön und zurück Richtung Fulda. Rund 90–110 km, etwa 3 Stunden.
  • Highlight: die „Perle der Rhön", die Milseburg (835 m), und der Fachwerk-Marktplatz von Tann.
  • Einkehr: in Hofbieber, am Fuß der Milseburg oder im historischen Ortskern von Tann.

Wer alle fünf Runden in einer Woche fährt, hat die Rhön in ihrer ganzen Bandbreite erlebt — Hochrhön, fränkische Berge, Thüringer Grenzland, Moore und Vorderrhön. Die Standorte Gersfeld, Fulda, Bischofsheim oder Hilders eignen sich gut als Basis, weil von dort alle Touren erreichbar sind.

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